Glossar: Fachbegriffe rund um Schmerzen, Fieber und Entzündungen

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Acetylsalicylsäure (ASS)

Acetylsalicylsäure (ASS) weist schmerzlindernde, fiebersenkende und entzündungshemmende Eigenschaften auf. Der Wirkstoff ist weit verbreitet und wurde bereits im 19. Jahrhundert eingesetzt. Erfahren Sie hier mehr zum Wirkstoff ASS.

Analgetika, Analgetikum

Ein Analgetikum ist ein schmerzstillendes bzw. schmerzlinderndes Arzneimittel. Sogenannte kleine Analgetika werden vor allem bei leichten bis mäßig starken Schmerzen eingesetzt. Sie hemmen Botenstoffe, die eine wesentliche Rolle bei der Entstehung von Schmerzen, Fieber und Entzündungen aufweisen. Deshalb wirken sie auch fiebersenkend. Zentral wirksame Analgetika (Opiate) beeinflussen die Schmerzweiterleitung direkt im Gehirn. Sie werden vor allem gegen sehr starke Schmerzen eingesetzt und nur unter strickter ärztlicher Kontrolle verschrieben. Zur Klasse der Analgetika oder nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) gehören z.B Ibuprofen und Naproxen.

Antihistaminikum

Als Antihistaminika bezeichnet man Substanzen, welche die Sekretion des Histamins verringern bzw. die Wirkung des Histamins an Histamin-Rezeptoren verringern.

Arthritis

Als Arthritis wird eine Gelenkentzündung bezeichnet. In Folge dieser Entzündung treten unter anderem Gelenkschmerzen, Schwellung, Überwärmung und Bewegungseinschränkung auf. Lesen Sie hier mehr zum Thema Arthritis und Arthrose.

Arthrose

Als Arthrose bezeichnet man die natürlichen Abnutzungsprozesse der Knorpel, die mit etwa Mitte Fünfzig beginnen. Arthrose wird deshalb auch als „Gelenkverschleiß" bezeichnet. Warum mittlerweile bereits jeder zweite über 35-Jährige schmerzhafte Arthroseerscheinungen im Anfangsstadium zeigt, liegt meist an Fehl- und Überlastungen. Lesen Sie hier mehr zum Thema Arthrose.

Betablocker

Betablocker, oder auch ß-Blocker, sind eine Reihe ähnlich wirkender Arzneimittel, die Senkung der Ruheherzfrequenz und des Blutdrucks zu Einsatz kommen.

Calciumantagonisten

Calciumantagonisten bzw. Calciumkanalblocker, sind eine Gruppe von Medikamenten die in der Regel zur Behandlung von Bluthochdruck, Herzkrankheiten und Herzrythmusstörungen eingesetzt werden. Spezielle Calciumkanalblocker wie Flunarizin werden, vor allem durch ihre antihistaminische Wirkung, in der Migräneprophylaxe eingesetzt. Erfahren Sie hier mehr zum Thema Migräne.

Chronifizierung

Chronifizierung bezeichnet die Eigenschaft von Schmerzen und anderen Beschwerden, nicht mehr vollständig zu verschwinden, sondern lange Zeit bestehen zu bleiben. Dieses Phänomen nennt man auch „Schmerzgedächtnis". Ein Beispiel hierfür sind u.a. Phantomschmerzen nach einer Amputation.

Diagnose

Eine Diagnose ist die Feststellung einer Krankheit bzw. einer Verletzung. Anhand von geschilderten Symptomen, körperlichen Untersuchungen oder Laborwerten wird die Diagnose gestellt.

Diclofenac

Diclofenac wird durch seine schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften oft bei Verschleißerkrankungen, akuten Gelenkentzündungen und Sportverletzungen angewendet. Erfahren Sie hier mehr zum Wirkstoff Diclofenac.

Entzündung

Eine Entzündung ist eine Abwehrreaktion des Körpers. Treten z.B. Krankheitserreger in den Körper ein, schüttet das Immunsystem Botenstoffe aus. Dies führt z. B. zu einer Verengung der feinen Blutgefäße, später zu einer Erweiterung mit Schwellung, Rötung und Überwärmung: Das Gewebe ist entzündet. Dies kann zu Schmerzen und Funktionsstörungen führen.

Erkältung

Eine Erkältung (oder fälschlicherweise grippaler Infekt) ist eine akute Infektionskrankheit der Nasen-, Hals- und Bronchialschleimhäute, die in erster Linie von Viren, manchmal zusätzlich auch von Bakterien verursacht wird. Erfahren Sie hier mehr zum Thema Erkältung.

Gelenkhöhle

Die Gelenkhöhle (Cavum articulare, intraartikulärer Raum) bezeichnet den gesamten, mit Gelenkflüssigkeit (Synovia) gefüllten Innenraum eines Gelenks, welcher von der Gelenkkapsel eingeschlossen ist.

Gelenkinnenhaut

Die Gelenkinnenhaut befindet sich im Innern der Gelenkkapsel. Bei einer Arthritis ist sie entzündet.

Gelenkkapsel

Die Gelenkkapsel umschließt das Gelenk und hat somit die Funktion eines komplett umhüllenden Gelenkschutzes.

Gelenkkopf

Der Gelenkkopf passt in die Gelenkpfanne wie die Faust in die andere Handfläche. Beide sind mit einer Knorpelschicht ausgekleidet.

Gelenkpfanne

Der Gelenkkopf passt in die Gelenkpfanne wie die Faust in die andere Handfläche. Beide sind mit einer Knorpelschicht ausgekleidet.

Genetische Faktoren

Genetische Faktoren sind bestimmte Merkmale, wie die Augenfarbe, aber auch Krankheiten, die durch Vererbung an die Nachkommen weitergeben werden.

Grippaler Infekt

Der grippale Infekt ist eine Erkältung, die durch Viren ausgelöst wird. Fälschlicherweise nennt der Volksmund einen grippalen Infekt gern „Grippe".

Grippe

Influenza oder „echte" Grippe ist eine Virusinfektion, die größtenteils durch Tröpfcheninfektion und Hautkontakt übertragen wird. Der Krankheitsbeginn tritt in der Regel plötzlich und schnell auf. Fieber, Schnupfen, Husten und ein ermattetes Körpergefühl mit Hautspannung sind die begleitenden Symptome der Grippe und können sich zum Teil über längere Zeit hinziehen.

Grund- und Mittelgelenke

Die Grund- und Mittelgelenke sind die beiden handflächen-nächsten Gelenke der Finger oder im Falle der Zehengelenke, die nahesten an der Fußfläche.

Harnsäure

Harnsäure wird vom Körper durch Abbau der Nahrung (Eiweiß) gebildet und normalerweise im Urin ausgeschieden. Erhöhte Harnsäurespiegel im Blut können Gichtanfälle auslösen.

Hämatom

Als Hämatom bezeichnet man einen Bluterguss. Dieser kann äußerlich sichtbar sein („blauer Fleck"), oder sich in einem Muskel oder anderen Weichteil befinden.

Histamin

Histamin ist ein Botenstoff, der im Immunsystem des Körpers eine wichtige Rolle spielt. Es ist an der Abwehr körperfremder Stoffe beteiligt und kann allergische Reaktionen auslösen. Erfahren Sie hier mehr über Histamine.

Ibuprofen

Ibuprofen ist ein Schmerzmittelwirkstoff aus der Gruppe der Schmerz- und Entzündungshemmer, der zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Fieber eingesetzt wird. Erfahren Sie hier mehr zum Wirkstoff Ibuprofen.

Immunabwehr

Die Immunabwehr ist die Abwehr von Krankheitserregern durch den Körper. Dies ist ein äußerst komplexer Vorgang und kann spezifisch (auf den Krankheitserreger abgestimmt) oder unspezifisch (allgemeine Abwehrfunktionen: z.B. Niesen, Husten) ablaufen.

Knorpel

Knorpelschichten befinden sich in den Gelenken und bestehen sowohl aus druck- als auch aus biegungselastischem, gefäßarmem Gewebe. Gesunde Knorpel ermöglichen einen reibungslosen Bewegungsablauf, da sie wie Puffer im Gelenk wirken. Ein Verschleiß der Knorpel kann zu Bewegungseinschränkungen, Schmerzen und nicht zuletzt zu Gelenkverschleiß führen.

Kortikoide

Kortikoide sind körpereigene Hormone, die bei der Behandlung von entzündlichen Krankheiten (z.B. Rheuma) eingesetzt werden können.

Lysin

Lysin ist eine natürliche Aminosäure. Lysin hilft als Wirkbeschleuniger, dass der Wirkstoff Ibuprofen schneller in den Blutkreislauf gelangt und dadurch schneller wirken kann. Erfahren Sie hier mehr über den Wirkbeschleuniger Lysin.

Menisken, Meniskus

Die Menisken bestehen aus Knorpel und funktionieren zusammen mit den Knorpelschichten, mit denen die Gelenkknochen überzogen sind, wie ein Stoßdämpfer. Sie verleihen dem Gelenk Stabilität.

Migräne

Eine Migräne macht sich meist durch so genannte Migräne-Attacken bemerkbar. Diese einseitigen Schmerzen werden häufig von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet. Lesen Sie hier mehr zum Thema Migräne.

Migräne-Kopfschmerzen

Migräne-Kopfschmerzen sind weit verbreitet: Etwa jeder 10. leidet in Deutschland unter Migräne oder migräneartigen Kopfschmerzen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie unter Migräne leiden, erfahren Sie hier mehr zum Thema Migräne-Symptome.

Migräneprophylaxe

In der Regel handelt es sich bei der Migräneprophylaxe um eine medikamentöse Behandlung durch den Arzt. Dabei kommen oft rezeptpflichtige Betablocker oder Calciumantagonisten zum Einsatz. Die Therapie sollte meist über 2-3 Monate andauern.

Muskeltonus

Muskeltonus ist der Spannungszustand eines Muskels. Bei Verspannungen und Muskelkrämpfen ist er erhöht.

Naproxen

Naproxen ist ein entzündungshemmender Wirkstoff, gegen leichte bis mittelstarke Schmerzen (z. B. bei Arthroseschmerzen). Er zeichnet sich besonders durch seine lange Wirkdauer (bis zu 12h) aus. Erfahren Sie hier mehr über den Eisweißbaustein Naproxen.

Nichtsteroidale Antirheumatika

Nichtsteroidale Antirheumatika sind kortisonfreie Entzündungshemmer und Schmerzmittel.

Orthopäde

Ein Orthopäde ist ein Facharzt, der sich mit der Behandlung angeborener oder erworbener Fehler bei Bewegungsorganen (Knochen, Gelenke, Muskeln) befasst.

Osteoporose

Als Osteoporose bezeichnet man Knochenschwund. Bei Osteoporose werden die Knochen instabil, so dass sie z.T. ohne äußere Einwirkung brechen können. Risikofaktoren für Osteoporose sind u.a. Alter, Langzeitbehandlung mit Kortison und Bewegungsmangel.

Östrogen, Östrogene

Östrogene sind weibliche Geschlechtshormone. Besonders wichtig sind sie im weiblichen Monats-Zyklus. In der Pubertät bewirken sie die Ausbildung der typischen weiblichen Geschlechtsmerkmale (Brust, hohe Stimme und weibliches Behaarungs- und Fettverteilungsmuster). Zudem stimulieren Östrogene die Knochenreifung und senken den Cholesterinspiegel. Auch der männliche Körper bildet in geringen Mengen Östrogene.

Paracetamol

Paracetamol gehört neben Ibuprofen und Acetylsalicylsäure weltweit zu den am häufigsten verwendeten Schmerzmitteln. Das im Allgemeinen gut verträgliche Medikament wird besonders bei Kindern gegen Fieber und Schmerzen eingesetzt. Erfahren Sie hier mehr über den Wirkstoff Paracetamol.

Prostaglandine

Während der Regel werden in der Gebärmutterschleimhaut vermehrt die Botenstoffe Prostaglandine gebildet. Hier bewirken sie ein Zusammenziehen der Muskulatur der Gebärmutter und helfen damit beim Ablösen der Schleimhaut. Werden aber an den „Tagen" zu viele Prostaglandine freigesetzt, kommt es im Unterleib zu teils krampfartigen Schmerzen. Lesen Sie mehr dazu unter Regelschmerzen.

Pseudoradikulär

Pseudoradikulär bedeutet nicht von den Nervenwurzeln der Wirbelsäule ausgehend.

Purin

Purin wird aus Nahrungs-Eiweiß im Körper gebildet. Es kann im Körper zu Harnsäure umgebaut werden. Nehmen Gichtpatienten viele purinhaltige Nahrungsmittel zu sich, steigt die Konzentration der Harnsäure im Blut.

Purinhaltige Nahrungsmittel

Bei einigen Krankheiten, besonders bei der Gicht, sollte auf purinhaltige Lebensmittel verzichtet werden. Dazu gehören:

  • Fleisch (Schwein, Rind, Kalb, Geflügel, Wild), Fleischextrakt, Wurstwaren
  • Innereien, Herz, Kalbsbries, Hirn, Leber, Niere, Zunge
  • Fisch, vor allem geräucherter Fisch, Fischkonserven, Sardellen, Meeresfrüchte, und andere kleinere Fische. Große Fische sind weniger purinhaltig.
  • Hülsenfrüchte, weiße Bohnen, Erbsen, Linsen
  • Spargel
  • Pilze
  • Mayonnaise
  • Nüsse
Radikulär

Radikulär bedeutet: von den Nervenwurzeln ausgehend, die aus dem Wirbelkanal austreten.

Regelschmerzen

Während der Regel werden in der Gebärmutterschleimhaut vermehrt die Botenstoffe Prostaglandine gebildet. Hier bewirken sie ein Zusammenziehen der Muskulatur der Gebärmutter und helfen damit beim Ablösen der Schleimhaut. Werden aber an den „Tagen" zu viele Prostaglandine freigesetzt, kommt es im Unterleib zu teils krampfartigen Schmerzen. Lesen Sie mehr dazu unter Regelschmerzen.

Remedikationsrate

Eine geringere Remedikationsrate bedeutet, dass der Anteil der Patienten, die innerhalb eines festgelegten Zeitraumes nach Einnahme der Erstdosis eine weitere Dosis einnehmen, bei einem Medikament geringer ist als bei einem anderen. So ist z.B. bei Ibuprofen als Lysinsalz nach 6 Stunden die Remedikationsrate geringer als die von reiner Ibuprofensäure.

Rezidivierend

Rezidivierend bedeutet: in Abständen wiederkehrend.

Rezidiv: Krankheitsrückfall.

Rheumafaktor

Der Rheumafaktor ist ein Eiweiß, das bei Rheumatoider Arthritis im Blut nachgewiesen werden kann. Ein vorhandener (positiver) Rheumafaktor macht Rheuma wahrscheinlicher, beweist es aber nicht. Ist der Rheumafaktor nicht vorhanden (negativer Rheumafaktor) kann man Rheuma nicht ausschließen, es ist aber unwahrscheinlicher.

Rheumaknoten

Unter der Haut gelegene, verschiebbare Knötchen z.B. an den Fingern bei Rheumatoider Arthritis bezeichnet man als Rheumaknoten. Sie haben normalerweise keinen Einfluss auf die Schmerzen, können sich aber durch äußere Druckeinwirkung schmerzhaft entzünden. Warum diese Knoten entstehen ist immer noch unklar, man vermutet aber Verletzungen kleinster Gefäße als Ursache.

Rheumatologe

Ein Rheumatologe ist ein Facharzt, der sich mit rheumatischen Erkrankungen befasst.

Röntgenbild

Röntgenbilder sind eine mit Hilfe von sogenannten Röntgenstrahlen erstellte Abbildungen. Diese Strahlen wurden von dem deutschen Physiker Wilhelm Conrad Röntgen 1895 zufällig entdeckt. Auf dem Bild sieht man weiches Gewebe (Fett, Muskeln, Haut) nur schlecht. Hartes Gewebe wie Knochen und Knorpel sind als weiße Schatten gut zu erkennen.

Spannungskopfschmerzen

Der Spannungskopfschmerz ist die am meisten verbreitete Kopfschmerzart. Wer unter Spannungskopfschmerzen leidet, berichtet oft von pressenden, ziehenden oder drückenden Schmerzen, die sich beidseitig an den Schläfen oder im Bereich der Stirn bemerkbar machen. Erfahren Sie hier mehr zum Thema Spannungskopfschmerzen.

Staphylokokken

Staphylokokken sind kleine, in Haufen oder traubenförmig angeordnete Bakterien, die ein Gift (Toxin) produzieren und so akute Entzündungen hervorrufen können.

Stoffwechselstörung

Eine Stoffwechselstörung ist eine erworbene oder geerbte krankhafte Veränderung von Stoffwechsel-Abläufen im Körper. Gicht kann z.B. aufgrund einer Harnstoffwechselstörung entstehen.

Symptome

Als Symptome bezeichnet man charakteristische Zeichen und Beschwerden, die man zur Feststellung einer Krankheit heranzieht (z.B. Rötungen oder Schmerzen in einem bestimmten Bereich).

Trauma

Als Trauma bezeichnet man körperliche oder seelische Verletzung.

Verschleiß

Als Verschleiß wird die Abnutzung z.B. eines Gelenkes bezeichnet. Durch Reibung des Gelenkkopfes und der Gelenkpfanne wird die als Puffer dienende Knorpelschicht dazwischen abgenutzt und nicht mehr nachgebildet.

Zytokine

Zytokine sind von körpereigenen Zellen produzierte Botenstoffe des Immunsystems. Sie spielen z.B. eine wichtige Rolle bei Entzündungen.