Acetylsalicylsäure (ASS)

Acetylsalicylsäure (ASS) weist schmerzlindernde, fiebersenkende und entzündungshemmende Eigenschaften auf. Der Wirkstoff ist weit verbreitet und wurde bereits im 19. Jahrhundert eingesetzt.

Acetylsalicylsäure gehört zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). So werden Schmerzmittel bezeichnet, die Symptome von Entzündungsprozessen wie Schmerzen und Schwellungen behandeln.

Einsatzgebiete / Indikationen

Frau mit Kopfweh

Acetylsalicylsäure (ASS) eignet sich zur Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen sowie Fieber bei Grippe und Erkältung. Darüber hinaus kann der Wirkstoff in niedriger Dosierung durch seinen blutverdünnenden Effekt zur Vorbeugung von Thrombosen und erneuten Herzinfarkten sowie Schlaganfällen eingesetzt werden.

Wirkung

Als nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) beruht die Wirkung auf der Hemmung der Cyclooxygenasen – Enzyme, die eine wichtige Rolle in der Regulation des Entzündungsgeschehens spielen. Dabei vermindert ASS die Neubildung von Prostaglandinen, die entzündungsfördernd, schmerzauslösend und fiebersteigernd wirken.

Nebenwirkungen

Acetylsalicylsäure ist im Allgemeinen gut verträglich. Die häufigsten unerwünschten Nebenwirkungen sind Magenbeschwerden, Blutungen von Magen- und Darmschleimhaut sowie eine verlängerte Blutungszeit - insbesondere bei höheren Dosierungen. Vor einer Operation sollte Acetylsalicylsäure nicht eingenommen werden, da es durch seine blutverdünnende Wirkung zu verstärkten Blutungen kommen kann.

Kinder und Jugendliche sollten Acetylsalicylsäure nicht einnehmen, da besonders im Zusammenhang mit viralen Infekten eine sehr seltene, aber lebensbedrohliche Krankheit hervorgerufen werden kann: das sogenannte Reye-Syndrom, benannt nach dem australischen Pathologen Douglas Reye, der als erster dieses Krankheitsbild beschrieb. Bei dieser Krankheit kann es zu einer schweren Schädigung von Gehirn und Leber kommen - bis hin zum Tod. Welcher Mechanismus diesem Organversagen zugrunde liegt, ist derzeit noch unerforscht. Für Kinder und Jugendliche sind Paracetamol und Ibuprofen besser geeignet.

Zu Risiken und Nebenwirkungen, sowie Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten fragen Sie am besten Ihren Arzt oder Apotheker. Vollständige Angaben zu Vorsichtsmaßnahmen und Gegenanzeigen finden Sie auch in der Arzneimittel-Gebrauchsinformation.